The 2012 London Olympic Games – Am Ziel einer mehrjährigen Reise angekommen!

Hallo Zusammen!

Ich habe etwas gebraucht um einen neuen Blog zu schreiben, denn die Olympischen Spiele sind nicht ein Rennen wie jedes andere und ich musste meine ganzen Eindrücke (Emotionen) erstmal sortieren.

Vieles wurde bereits geschrieben, von selbst ernannten Experten, “Hobby Sommersportjournalisten” und auch von den “Triathlonexperten”. Ich persönlich habe sehr viel positives Feedback erhalten von Leuten die meinen Werdegang kennen und die den Sport genauer verfolgen! Die ganze Diskussion über den Sommersport finde ich nicht negativ, denn nur so kann man auch Verbesserungen erzielen und gibt sich nicht mit dem Vorhandenen zufrieden.

Jetzt einfach nur einen kurzen Rennbericht zu schreiben ist zu kurz und würdigt den ganzen Aufwand und die Mühen der letzten Jahre nicht. Für mich zählt nicht nur der eine Tag an dem ich am Start gestanden bin, sondern der ganze Weg dort hin, der mir für immer in Erinnerung bleiben wird!

Nach den letzten Sommerspielen in Peking, wo ich noch immer ein wenig studiert habe und das eine oder andere gute Ergebnis erreichte, habe ich mir überlegt wie ich weiter machen möchte. Für mich hat es dann nur zwei Wege gegeben, entweder 100% studieren oder 100% Leistungssport, alles andere wäre nur weitere Zeitverschwendung gewesen.

Ziel war die Qualifikation für London 2012, viele sagen das, nur wenige geben alles dafür!   Ich finde man darf das Risiko nicht scheuen und keine Angst vorm Versagen haben. Ich wollte Leute um mich herum, die Alle diesen Sport leben, nicht nur jammern, sondern daran glauben. All das habe ich in Salzburg nicht gespürt und deshalb bin ich nach Australien zu meinem Coach Darren Smith gegangen.

Darren und ich sind zwei grundlegend verschiedene Menschen, er will Kontrolle, ich nicht kontrolliert werden! Was uns zusammengeschweißt hat, war der Wille mein Ziel zu erreichen. Aus viel Kampf ist gegenseitiger Respekt entstanden und ich habe mit ihm die letzten 3 1/2 Jahre fast alles über Leistungssport gelernt, was ich heute darüber weiß.

Zumeist war ich den ganzen Winter in Australien und im Sommer im Bergdorf Davos, meine Freundin alleine daheim. Neben Darren haben mich in den letzten Jahren vorallem  meine Trainingspartner und viele Menschen geprägt, die um unsere Gruppe herum waren.

Sie alle haben mir beigebracht wie man als Sportler lebt und ich habe zum ersten mal gesehen wie hart die Topleute arbeiten. Der olympische Triathlon hat in den letzten vier Jahren nochmal eine Revolution durchgemacht, alles ist schneller und härter geworden. Wenn man sich nur die Ergebnislisten ansieht, fällt das nicht so auf, aber im Rennen spürt man, dass die Intensität vom Start weg höher ist. Es gibt fast keine Verschnaufpausen am Rad mehr, es wird gebolzt und Energie an allen Ecken und Enden verschleudert. Viele Athleten haben es nicht geschafft ihr Training darauf einzustellen und sind in der Qualifikation auf der Strecke geblieben.

Uns ist es bis Ende 2010 bei dem WM Finale in Budapest hervorragend gelungen und ich bin immer besser und besser geworden. Das Jahr 2011 sollte dann noch besser werden und ich bin ungeduldig geworden.

Mehr und härter trainieren, heißt nicht automatisch bessere Ergebnisse. Daraus resultierend war ich oft krank und plötzlich war er da, der Qualifikationsdruck! Meine Saison ging dann bis Dezember 2011 und ich konnte das Jahr mit einem guten 15enden Platz beim Weltcup Finale in Aukland abschließen.

Ein weiterer großer Schritt war getan, aber ich benötigte noch Punkte. Die ersten paar Wochen Wintertraining liefen super und dann, verletzt:Knochenmarksödem und runners knee, sieben Wochen Pause!

Mitte Februar 2012 konnte ich wieder locker mit dem Training beginnen. Nun wurde die sicher geglaubte Quali nochmal eng, aber meine guten Punkte aus den letzten Jahren machten sich bezahlt.

Der Aufbau für London lief  super und wir hatten eine produktive Zeit in Davos im Training. Bis kurz vor dem Rennen in London war ich in der Form meines Lebens, leider ist meine Verletzung dann wieder akut geworden.

Ich habe zwar alle Einheiten absolviert, aber mit großen Schmerzen und ich wurde immer steifer und steifer! Rückbetrachtet hat mich das ganze auch im Kopf ermüdet und es ist die Leichtigkeit verloren gegangen.

Man könnte sagen ich bin auf der Zielgeraden gestolpert! Aber man darf nie vergessen, dass die Qualifikation immer das primäre Ziel vor vier Jahren war. Nur die besten 55 Triathleten überhaupt stehen am Start!

Mein Rennen war dann etwas verhalten und ich habe einen miserablen Schwimmstart hingelegt. Trotzdem war die Leistung dann nicht schlecht, aber in Anbetracht meiner tollen Trainingsleistungen habe ich mir mehr erwartet.

Das Ganze ist kein Wunschkonzert und rückwirkend stimmt der Spruch übers “Erfahrung sammeln” bei den ersten Olympischen Spielen (über den ich immer gelacht habe)! Das Rennen ist nicht wie jedes andere, es ist das Größte und alles drum herum ist anders. Ich würde in der Vorbereitung rückbetrachtend einiges verändern, später anreisen, nicht im olympischen Dorf schlafen, meine Verletzung anders behandeln, usw…

Aber wem interessierts (außer mich und mein Umfeld), das Rennen ist gelaufen, in vier Jahren kann ichs vielleicht besser machen.

Was bleibt ist ein unglaublich lehrreicher und schöner Trip um überhaupt dort hin zu kommen, wo noch nicht viele waren! ” Oder wen kennt ihr?”

Und unzählige unglaubliche Eindrücke aus London und von meinem Rennen, die ich nie vergessen werde!

Danke an meine Freundin, meine Eltern, meine Verwandten, meinem Coach Darren, meinen Trainingspartner, unseren Physios, Masseuren, Robert, Rike, dem Verband und Sponsoren, meinen Freuden, allen die mich gelehrt haben in der Schule des Lebens, allen die wegen mir nach London gereist sind, den mehr als einer Million Zusehern die live an der Strecke waren und nicht zuletzt allen Misserfolgen und Rückschläge von denen ich am meisten gelernt habe!!!!

Alles Gute!

Euer Andi

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